Lisa Fischer

Lisa Fischer
 
 
Mit Frauen bauen
Das nützliche Beziehungsmuster eines antimodernen Ehemanns

S.233-242, in Markus Kristan/ Silvia Mattl-Wurm/ Gerhard Murauer
Adolf Loos, Schriften, Briefe, Dokumente aus der Wienbibliothek im Rathaus


Neue Erkenntnisse durch neue Quellen über Adolf Loos und seine drei
Ehefrauen Lina Loos, Elsie Altmann-Loos und Claire Beck. Adolf Loos
gilt mit seinen Bauten als Architekturerneuerer und mit seinen Texten als
Lebensreformer. Seine antimodernen Haltungen aber spiegeln sich in den
Frauenbeziehungen wider. Überzeugt von der Wichtigkeit seiner Mission
wusste er in bewährter patriarchaler Weise seine Partnerinnen zu nutzen
und ihre Arbeitskraft für sich zu instrumentalisieren. Der wesentliche
Beitrag seiner drei Ehefrauen zu Leben und Werk wird umso verständlicher,
wenn man ihn im Kontext eines dem weiblichen Rollenklischee verhafteten
und dem männlichen Schaffensprinzip untergeordneten weiblichen Unterstützungs-
netzwerkes betrachtet. Solange sich seine Ehefrauen diesem unterwarfen, glückte
die Beziehung; gingen die Frauen zu ihrer Selbstbestimmung über, scheiterte sie.
Loos baute nicht nur auf sie, er baute auch mit Hilfe von ihnen. Lina Obertimpfler,
Elsie Altmann und Claire Beck dienten ihm als Ideenlieferantin, Dolmetscherin,
Krankenschwester, Assistentin, Finanzquelle, Sekretärin oder Buchhalterin und
wurden posthum seine Nachlassverwalterinnen. Als "Co-Produzentinnen" trugen
sie, jede auf ihre Art, Wesentliches zu seinem Schaffen und Nachleben bei.
Bislang wurde in der Loos-Forschung kaum Augenmerk auf diese Wechselbeziehung
gelegt. Ebenso wenig wurde die wichtige Funktion von Auftraggeberinnen und
Vermittlerinnen wie der Repräsentantinnen der Wiener Frauenbewegung, Rosa
Mayreder oder Marie Lang, der Mäzenin und Förderin Eugenie Schwarzwald oder
der Geliebten und Promoterin Grethe Hentschel aufbereitet. Auch die Haushälterin
Mitzi Schnabel, seine jahrelange Vertraute und helfende Hand, bleibt in diesem
Zusammenhang in ihrer wichtigen Rolle, die sie für den Architekten spielte,
unberücksichtigt. Durch das nun vorliegende Quellenmaterial der Wienbibliothek
im Rathaus entstehen neue Impulse für die Forschung, gleichzeitig werden
Defizite sichtbar.

Verlag: Metroverlag 2018
Im Zauber der Quellen
Wien in Baden - Eine Hausgeschichte

Im Zauber der Schwefel- und historischen Quellen verdichtet sich eine
150 jährige bürgerliche Hausgeschichte der Weilburgstraße 53 zu einem
exemplarischen Porträt des gelungenen Aufbruchs von Zugezogenen. Im
erweiterten Kontext der engsten Umgebung präsentierten sich um 1900
schmucke Villen, von Stararchitekten der Ringstraße erbaut, als
sozialhistorischer Brennpunkt der Superreichen. Er ist wohl einzigartig
in Baden. Mut und Mobilität führten zum Erfolg der Besitzenden. Sie
initiierten einen regen Kultur- und Wirtschaftstransfer von Wien nach
Baden und hinterließen ein architektonisches und künstlerisches Erbe.
Die dynamischen Eigentümer und Eigentümerinnen waren multinational.
Ebenso im denkmalgeschützten Historismusgebäude der Nummer 53, wo
sie aus dem heutigen Ungarn, Frankreich, Tschechien oder Rumänien, die
Architekten aus Bukarest und Mähren stammten. Sie alle wanderten zu. Als
Sommerfrischedomizil beherbergte das Haus zudem eine illustre Gästeschar,
die als Drehscheibe in die Welt fungierte. Das internationale Wirken der
Komponistin Ludmilla Biehler und eine der größten privaten Gemmensammlung
Europas von ihrem Vater Tobias aufgebaut, fanden hier bis 1890 eine Heimat. Der
einstige Prachtboulevard, die Weilburgstraße, erlitt ab 1938 durch Enteignung
teilweise eine bauliche und durch Vertreibung eine vollkommene Zerstörung der
vielfältigen Sozialstruktur. Mit seinen wiederentdeckten Biographien wird er
damit zur Topographie der Erinnerung und zum Vermächtnis für die Zukunft.

Verlag: Eddition MOKKA www.edition-mokka.eu
office@edition-mokka.eu Mai 2018
Komm mit nach Terezín
Musik in Theresienstadt 1941 - 45

Theresienstadt wurde von den Nationalsozialisten zwischen Herbst
1941 und Frühling 1945 in ein jüdisches Sammellager verwandelt,
das als Transitstation in die Todesfabriken des Ostens fungierte. Ein
überaus reiches musikalisches Schaffen entstand hier im Paradoxon
von Herrschaftsinstrument des NS-Regimes und Selbstbehauptung
der Inhaftierten.

Opern, Kammermusik oder verfemte Musik wie der Jazz und zahl-
reiche Neukompositionen sind ihr unsterbliches Vermächtnis, ein
musikalisches Plädoyer für den Erhalt der menschlichen Würde.
In ihm transformiert sich die Hingabe an die Kunst zu einer Chronik
der Erinnerung und einem gültigen Wegweiser für Gegenwart und
Zukunft: Musik als magischer - heilsamer Moment der menschlichen
Existenz.

Verlag: Eddition MOKKA www.edition-mokka.eu
office@edition-mokka.eu
 
Vortrag Anna-Lülja Praun an der Botschaft

Am 18. Mai 2016 hielt die Wiener Historikerin Dr. Lisa Fischer einen Vortrag
über eine Pionierin der österreichischen Baukunst und des Möbeldesigns,
Anna-Lülja Praun (1906-2004). Musikalisch umrahmt war der Vortrag von
einem Konzert der polnisch-französischen Pianistin Marielle Le Monnier.

Vortag Österreichische Botschaft in Paris
Marsch der Frauen
Ungehörige Komponistinnen zwischen Aufbruch, Bruch & Exil

Die Publikation erscheint im August 2016 und wird die gleichnamige
Ausstellung des EntArteOpera Festivals in der Akademie der bildenden
Künste Wien begleiten.

EntArteOpera www.entarteopera.com

Verlag: Eddition MOKKA www.edition-mokka.eu
office@edition-mokka.eu


Vortrag Marsch der Frauen in Brüssel

Vortrag im Wien-Haus in Brüssel am 4.10.2016:
Link zu www.wien.gv.at/rk/msg/2016/10/04006.html